Forex, Binäre Optionen und CFD’s : gravierende Einschränkungen stehen bevor

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat in einer Stellungnahme vom 15.12. angekündigt, dass gravierende Einschränkungen beim Handel mit Forex, Binären Optionen und CFD’s in Vorbereitung sind.

Ab Januar 2018 wird die ESMA nämlich mit neuen Befugnissen ausgestattet, z.B. zum Verbot von bestimmten Produkten oder Geschäftspraktiken (product intervention power).

Ein Verbot durch die ESMA muss dann in der ganzen EU beachtet werden. Diese Aufsichtsbefugnisse auf europäischer Ebene sind ein Novum, da bisher die Finanzaufsichtsbehörde der Heimatsländer die ausschließliche Zuständigkeit für die Aufsicht über Forex und CFD’s Broker inne hatten.

Die ausschließliche Zuständigkeit des Heimatslandes hat dazu geführt , dass sich eine große Anzahl von Broker in einem Land mit lascher Aufsicht (Zypern) niedergelassen hat, wo eine regelrechte Kultur der Impunität entstanden ist.

In Zypern konnten sich z.B. Broker einfach weigern, Gewinne und Einlagen an die wenigen profitablen Kunden zurückzuzahlen, ohne dafür strafrechtlich oder administrativ bestraft zu werden.

In Zypern konnten Broker Produkte wie Binäre Optionen anbieten, welches einem Glückspiel mit gezinkten Karten gleichzustellen sind.

Möglicherweise wird die ESMA Binäre Optionen ab Januar  gänzlich verbieten. Dies ist aus dem Wortlaut der Stellungnahme zu entnehmen. Es wird daher empfohlen, Konten bei Anbietern von Binären Optionen zu schließen, bevor es zu spät ist.

Was den Forex und CFD’s Handel betrifft, sind gravierende Einschränkungen zu erwarten, u.a.

  • Einschränkung des Leverage auf  1:30 bzw. 1:5. Dies wäre eine einschneidende Maßnahme, wenn man bedenkt, dass aggressive Broker einen Leverage bis 1:1000 oder mehr anbieten
  • Verbot der Nachschusspflicht: die Verluste sollen auf das eingesetzte Kapital begrenzt werden
  • Heraufsetzung der Margin Call Grenze: möglicherweise sollen Positionen geschlossen werden, wenn der Verlust über 10 % steigt
  • Verbot von Boni, d.h. von Zuzahlungen auf Kundeneinlagen. Boni wurden sehr erfolgreich als Köder von skrupellosen Brokern eingesetzt, um neue Kunden zu akquirieren. Da jedoch Boni nicht auszahlbar sind, wirken sie sich nur als Erhöhung des Leverage und der Wahrscheinlichkeit von Verlusten aus.

Diese Einschränkungen auf EU-Ebene werden sich massiv auf das Geschäft von Forex, CFD’s und Binary Options Broker auswirken.

Zu den Einschränkungen kommen ab Januar 2018 noch neue Offenlegungspflichten über die ausgeführten Transaktionen (Transaction Reporting), die nur mit gewaltigen Investitionen zu stemmen sind.

Möglicherweise wird es zu einer Marktbereinigung kommen. Es ist auch zu erwarten, dass Broker ihren Sitz offshore verlegen werden, um Einschränkungen und Offenlegungspflichten zu umgehen.

Kunden werden lernen müssen, genau zu prüfen, wo der Broker ihren Hauptsitz hat, bevor sie ein Konto eröffnen und Geld einzahlen, und ob das angebotene Produkt unter der europäischen Aufsicht fällt.

Zum Beispiel fällt der Handel mit Kryptowährungen (wie Bitcoin) nicht unter der europäischen Aufsicht.

Jedoch könnte die ESMA die Product Intervention Power dazu verwenden, um den Handel mit Kriptowährungen zu verbieten.

Auch das Angebot an ICO (Initial Coin Offering) könnte eingschränkt und einer Prospektpflicht unterzogen werden.

Infolge der ESMA Ankündigungen sind die Aktien von börsennotierten Broker (IG Group, CMC Markets, Plus500) stark gefallen.

((Update 27.03.2018 : die Maßnamen wurden getroffen))

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, BinaryOptions, Forex, Mifid II, Zypern abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.