Belgien wagt mehr Verbraucherschutz

Mit einer bahnbrechenden Entscheidung hat Belgien den Vertrieb von OTC-Derivaten wie Forex, Binären Optionen und CFD’s an Retailkunden in Belgien verboten. Das Verbot tritt ab dem 18. August in Kraft. Hier die offizielle Bekanntmachung durch die belgische Finanzaufsicht FSMA.

Belgium

OTC Derivate sind Produkte, die nicht auf einem zentralen Handelsplatz gehandelt werden. Beispiele für diese Produkte sind Forex, CFD’s und Binäre Optionen. Der Handel spielt sich zwischen Anbietern und Kunden ab. Wird diese Art von Eigenhandel nicht streng reguliert und beaufsichtigt, öffnen sich die Türe für den Missbrauch, was in den letzten Jahren häufig der Fall war.

Das Verbot betrifft auch alle Anbieter aus dem europäischen Ausland, die dank der MiFID Richtlinie ihre Dienstleistungen überall in Europa, ohne besondere Genehmigungen, anbieten dürfen. Auch die berüchtigten Anbieter aus Zypern dürfen ab jetzt ihr Unwesen nicht mehr in Belgien treiben.

Die Entscheidung der belgischen Finanzaufsicht ist das Ergebnis von zahlreichen Kundenbeschwerden, die Opfer von Machenschaften durch unseriöse, nicht richtig regulierte Anbieter geworden sind. Gegenstand dieser Beschwerden waren aggressive Marketingmethoden, Manipulation der Online-Plattform, Nichtauszahlung von Kundengeldern.

Mit diesem Schritt übertrifft Belgien sogar Frankreich, wo neulich die Tätigkeit eines Anbieters von Binären Optionen verboten wurde.

Leider hat sich in Europa, in Zeiten von Niedrigzinsen, eine Industrie von OTC-Derivaten breit gemacht, die aufgrund unzureichender Regulierung und Aufsicht betrügerische Machenschaften begünstigt.

Die Entscheidungen der belgischen und französischen Regulierungsbehörden sind eine Reaktion auf diese unzureichende Regulierung und Aufsicht von Anbietern, die vorwiegend in „Regulierungsoasen“ angesiedelt sind.

Obwohl wir nicht für ein allgemeines Verbot plädieren, ist die Entscheidung der belgischen Regulierungsbehörde zu begrüssen. Solange eine wirksame Regulierung dieser Produkte auf europäischer Ebene nicht durchgesetzt wird, ist ein effektiver Verbraucherschutz nur mit drastischen Mitteln zu erreichen.

Und was macht die BaFIN, um deutsche Kunden von diesen Anbietern zu schützen? Mit dem Argument der Verschwiegenheitspflicht  veröffentlicht die BaFIN weder Warnungen gegen unseriöse Anbieter noch die Liste der Sanktionen, die im europäischen Ausland schon verhängt wurden.

 

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