IronFx: was verbirgt sich hinter der Nukkleus Übernahme?

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Mit viel Pressewirbel wurde ende Mai 2016 eine Übernahme von IronFx durch eine US notierte Firma namens „Nukkleus inc.“ angekündigt. Da in Rahmen dieser Transaktion die Nukkleus inc. auch den in Malta regulierten Broker FXDD übernehmen soll, wurde sogar von „Fusion“ zwischen IronFx und FXDD gesprochen.

An dieser Stelle möchten wir den Sachverhalt näher erläutern, damit Kleinanleger die zukünftigen Entwicklungen besser abschätzen können.

Nukkleus inc. ist eine US Firma mit Sitz in Delaware, deren Aktien im OTC-Freiverkehr still notiert sind. Die in diesem Marktsegment geführten Wertpapiere müssen die harten Zulassungskriterien der Nasdaq nicht erfüllen und sind kaum reguliert (obwohl oft von „Nasdaq OTC“ die Rede ist). Die Kurse dieser Wertpapiere werden nur in den „Pink Sheets“ (einem Kursinformationsdienst) veröffentlicht. Die Papiere werden meistens über Telefonverkauf und nur durch einen einzigen Market Maker angeboten.

Die Aktien von Nukkleus inc. sind „still“ notiert, was bedeutet, dass sie bisher kaum gehandelt wurden. Die aktuelle Marktkapitalisierung besteht aus 257 Millionen Aktien mit einem Nominalwert von $ 1,01.

Aus den bei der SEC hinterlegten Bilanzen ist ersichtlich, dass die Nukkleus inc. bis September 2015 keine nennenswerten Einnahmen und kein Vermögen aufweisen konnte. Es wurde angegeben, dass zu diesem Zeitpunkt die Gesellschaft nach neuen Geschäftsmöglichkeiten Ausschau hielt.

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Hauptaktionär der Nukkleus inc. ist eine Holding, die dem Gründer von FXDD gehört.

FXDD (FxDirectDealer LLC) ist ein Broker und Technologieanbieter mit Sitz in Malta, wo FXDD übersiedelte, nachdem sie mehrmals von der US-Aufsichtsbehörde CFTC sanktioniert wurde. Aber auch in Malta wurde 2014 ein Bußgeld gegen FXDD verhängt.

Aus dem Vertrag zwischen Nukkleus und IronFx, der bei der US Regulierungsbehörde SEC hinterlegt werden musste, sind die Details der Transaktion ersichtlich. (In dem Dokument sind auch Verbindlichkeiten von IronFx angegeben, die bis jetzt nicht öffentlich bekannt waren).

Gemäß diesem Vertrag wurde vereinbart, dass Nukkleus in einem ersten Schritt 9,9 % der Anteile der IBIH (Holding von IronFx) sowie 100 % der Anteile der australischen IronFx Tochter GVS Pty („FxGiants“) für € 1.000.000 +  ca. 24000 Nukkleus Aktien übernimmt. In einem zweiten Schritt, der zum 28.11.2016 zu vollenden ist, soll Nukkleus die restlichen 90,1 % der IBIH sowie FXDD übernehmen. Als Gegewert für die restlichen Anteile soll die IBIH (also IronFx) ein Paket von 219 Millionen Nukkleus Aktien erhalten. Die Übernahme von FXDD erfolgt hingegen für 1 $.

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Bei näherer Betrachtung handelt es sich nicht um eine Übernahme von IronFx durch Nukkleus inc., sondern umgekehrt. Es ist IronFx, die die Nukkleus inc. übernimmt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass 3 Manager von IronFx in dem Vorstand der Nukkleus inc. aufgenommen wurden.

Nach Abschluss der Transaktion würde IronFx knapp 89 % der Nukkleus Aktien besitzen. Möglicherweise wird man versuchen, die Aktien auf dem freien Markt zu verkaufen, und hoffen, dass der Aktienkurs steigt. Dadurch würde sich IronFx mit frischem Kapital versorgen.

Die ganze Transaktion unterliegt der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden (britischen FCA und zypriotische CySEC).

Mit einem neuen Internetauftritt hat die Nukkleus inc. schon mit einer Marketingstrategie angefangen, die möglicherweise auf Aktienverkauf ausgelegt ist.

Auf der IBIH Webseite findet sich die Angabe „120 Miliarden Umsatz pro Quartal“ : ist dies ein Druckfehler?

 

 

 

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BaFin: die Verschwiegenheitspflicht hat ausgedient

Die Problematik um den zyprischen Forex Anbieter IronFx Global Ltd. bzw. um dubiöse Anbier von Binären Optionen ist in Deutschland auch wegen der engen Auslegung einer Bestimmung der MiFID Richtlinie, die in allen EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt wurde, weitgehend unbekannt.

Es handelt sich um die Bestimmung über die „Verschwiegenheitspflicht“ der Regulierungsbehörden bezüglich aller ihnen bekannt gewordenen Tatsachen über beaufsichtigte Investmentfirmen. Bei der üblichen engen Auslegung dieser Bestimmung estreckt sich die Verschwiegenheitspflicht auf laufende Untersuchungen und behördliche Maßnahmen.

Diese Bestimmung ist eher industriefreundlich und zeigt auf, dass der Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen noch in den Kinderschuhen steckt.

Stellen Sie sich vor, eine solche Verschwiegenheitspflicht wäre in der Automobilbranche vorgesehen. In diesem Fall hätten die Verbraucher nichts von der Manipulation der Abgaswerte beim VW-Skandal erfahren. In Unkenntnis der Tatsachen, würden die Verbraucher VW Dieselautos weiter kaufen.

In der Finanzbranche dient die Verschwiegenheitspflicht leider dazu, dass manche Skandale das Licht der Öffentlichkeit nie erfahren.

So lautet die Bestimmung nach deutschem Recht (§ 9 KWG):

Verschwiegenheit

Diese Bestimmung wird von der BaFIN sehr eng ausgelegt. Der Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht findet sich in jedem Antwortschreiben der BaFIN auf Beschwerden gegen IronFx

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Dies ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass auf der Webseite der BaFIN keinerlei Hinweise auf die Sanktionen vom 27.11.2015 bzw. auf die laufende Untersuchung veröffentlicht werden.

Die zyprische Regulierungsbehörde CySEC vertritt ebenfalls eine enge Auslegung der Verschwiegenheitspflicht. Dadurch werden die Interessen der zahlreichen Investmentfirmen geschützt, die ihren Sitz in Zypern haben.

Im IronFx Fall hat die CySEC die Entscheidung vom 27.11.2015 zwar ziemlich zeitnah bekannt gegeben. Gleichzeitig beharrt die CySEC darauf, keine Angaben über die Gründe der Entscheidung und die Ergebnisse der Untersuchung machen zu wollen. Dies hat die Vorsitzendende der CySEC in diesem Interview wiederholt.

Bleiben wir bei dem Vergleich mit dem VW-Abgasskandal: Stellen Sie sich vor, Sie würden nur von dem Bußgeld gegen VW erfahren, aber nichts über die Manipulation der Abgaswerte. Dabei ist das Wissen um die Manipulation der Abgaswerte von größerem Interesse für die Verbraucher.

Wir IronFx Kunden fordern die Abschaffung der Bestimmung über die Verschwiegenheitspflicht. Dies könnte bei der anstehenden Novellierung der Finanzmarktrichtlinie in Angriff genommen werden. Verbraucher haben Anspruch auf Transparenz auch im Bereich Finanzdienstleistungen.

Glücklicherweise ist eine strenge Auslegung der Verschwiegenheitspflicht nicht bei allen europäischen Regulierungsbehörden die Regel.

Im Falle IronFx hat die rumänische Regulierungsbehörde ASF schon mal eine Warnung ausgegeben und über die Vorgänge „hinter den Kulissen“ berichtet. Durch diesen Bericht haben wir erst erfahren, dass sich alle europäischen Regulierungsbehörden seit Mitte 2015 mit dem Problem IronFx befassen.

Eine richtige Revolution kommt aus Frankreich. In einer neulich erschienenen Pressemitteilung hat die französische Regulierungsbehörde AMF über die wachsenden Anzahl von Beschwerden bezüglich Anbieter aus Zypern berichtet, sowie die Praktiken der Branche angeprangert und sogar einen Gesetzesentwurf über ein Werbeverbot für Forex Broker und Anbieter von Binäre Optionen angekündigt.

Dabei ist die Kritik der AMF gegen das Auftreten von Forex Brokern als Werbeträger von bekannten Fußballclubs wegweisend:

amf football

VIVE LA FRANCE !

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IronFX: what is behind the Nukkleus takeover?

((Deutsch))

((Italiano))

In May 2016 a takeover of IronFX by a US-listed company called „Nukkleus inc.“ was object of full coverage in the forex press. As in the context of this transaction Nukkleus inc. also intended to acquire FXDD, the rumors were about a „merger“ between IronFX and FXDD. At this point we would like to explain the facts in detail, so that small investors can better estimate the future developments.

Nukkleus inc. is a US company based in Delaware, whose stocks are listed on the OTC Markets. The companies listed in this market segment don’t have to meet the strict eligibility criteria of the NASDAQ (even if this market is often referred to as „Nasdaq OTC“). The prices of these stocks are only published in the „Pink Sheets“ (daily publications compiled by the National Quotation Bureau with bid and ask prices of over-the-counter stocks) . The stocks are usually sold through telephone marketing and held by one market maker.

The stocks of Nukkleus inc are. „dormant“, which means that they have hardly been traded. The current market capitalization consists of 257,000,000 shares with a nominal value of $ 1.

According to SEC’s 8K filing , the Nukkleus inc. did not have any significant revenue and no assets till September 2015. It was stated that at this time the company was looking for new business opportunities.

Nukkleus2015

Main shareholder of Nukkleus inc. is a holding company owned by the founder of FXDD, Emil Assentato. FXDD (former „FXDirectDealer LLC“) is a broker and technology provider headquartered in Malta, where FXDD moved after it was repeatedly sanctioned by US regulators . But FXDD managed to be fined even in Malta.

Details of the agreement between Nukkleus and IronFX are also reported in the SEC’s filing, which also reveals liabilities of IronFX that were not made public until now.

Legal Matters

From the Nukkleus IronFX acquisition details, it results that Nukkleus has obtained a 9.9% shareholder stake in IBIH Limited, the parent company of IronFx, quantified with the purchase of 2,200 shares, and 100% of the shares of GVS Pty, Australian subsidiary IronFX („FxGiants“), for $ 1,000,000 + 24,000 Nukkleus common stocks. To proceed with the acquisition process, an initial amount of $ 175,000 has been paid on the 27th of May 2016.The balance of $ 825,000 was due till June 7.

In a second step, which is to complete until November 28, Nukkleus is to take over the remaining 90.1% of IBIH and to acquire FXDD. For this deal the IBIH will get no money, but ca. 219 million Nukkleus common stocks. The acquisition of FXDD will take place for $ 1. The whole transaction is subject to regulatory approval (British FCA and Cypriot CySEC).

Nukkleus1608

 

On closer inspection, the deal is not a takeover of IronFX by Nukkleus inc., but It is IronFX acquiring  Nukkleus inc. This interpretation is supported by the fact that 3 managers of IronFX were already appointed as board members of Nukkleus inc.

After concluding the deal, IronFX would own almost 89% of Nukkleus common stocks. Maybe they will try to sell the stocks on the market. As a result, IronFX would recapitalize.

With a new website, Nukkleus inc. has already embarked on a marketing strategy that may be designed to issue and sale stocks to big and small investors.

On a further IBIH website we find the bold statement „Trading Volumes of over $ 120 billion per quarter in 2016“: ist that a misprint ?

 

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